Systemisch

Grundannahmen unserer systemischen Haltung und Arbeitsweise

Das systemische Menschenbild orientiert sich an einer humanistischen Grundhaltung. Diese geht davon aus, dass wir Menschen unsere Sicht auf die Wirklichkeit aktiv mitgestalten und damit auch unser Handeln und unsere innere Haltung prägen.

Systemischen Denken folgend, trägt jeder Mensch jederzeit die Möglichkeit in sich diese Sichtweisen (auf das sogenannte „Problem“, sein Handeln, eine Haltung) so zu verändern, sodass sie bekömmlicher werden. So wird angenommen, dass die eigene „Lösung” nicht etwas ist, welche durch gute Ratschläge oder im „Außen“ gefunden werden kann, sondern dass jede/jeder die Lösung für die eigenen Fragen und „Probleme“ in sich trägt. So sehr uns manchmal ein Konflikt, eine unaufhaltbare Situation, destruktive Verhaltensweisen, Probleme usw. als unerträglich belastend erscheinen, so können sich gerade hier Lösungsversuche verbergen, die bisher noch verdeckt und daher nicht erkennbar sind.

Ressourcen – Beziehungen – Selbstorganisation – Würde

„Die Wirklichkeit wird nicht von uns entdeckt – sie wird von uns erschaffen.“ 
 (Antoine de Saint-Expuéry)

Systemische Beratung und Therapie versteht sich als Begleitung dabei, eigene Ressourcen und Möglichkeiten wieder zu entdecken und zu aktivieren, eine Hilfe zur Selbsthilfe. Der Klient /die Klientin ist die Expertin / der Experte des eigenen Lebens. Systemische Fragen und Überlegungen helfen bei der Suche nach individuellen Lösungen. Entscheidungen für Methoden oder Übungen werden stets in Abstimmung mit den Klienten, deren Anliegen und dem Inhalt der Beratung oder Therapie getroffen.

Systemisches Denken und Arbeiten bedeutet, Menschen als Akteure in sozialen Beziehungen zu betrachten.
Jede Familie, jedes Paar, jede Gruppe und jede Einzelperson wird als eigenständiges Organisations- und Interaktionssystem verstanden, das sich ständig weiter entwickelt und eigene Muster hervorbringt – immer nach den Möglichkeiten des Systems selbst.
Symptome, Probleme und unbekömmliche Herausforderungen werden im Kontext ihrer Entstehung (im sozialen System) betrachtet und nicht als Krankheiten oder Persönlichkeitsmerkmale. 
Systemisches Denken und Arbeiten meint somit, das gesamte System zu betrachten.

Jeder Teil des Ganzen ist mit dem Ganzen verbunden, sodass die Veränderung eines Teiles, einer klitzekleinen Kleinigkeit, einen Unterschied und damit eine Änderung für das Ganze bewirken kann (vgl. Virginia Satir und Gregory Bateson).

Im Bereich systemischer Beratung und Therapie steht die Fähigkeit jedes Menschen und jedes Systems zur Selbstregulation, unter Zuhilfenahme seiner Ressourcen und Möglichkeiten, im Fokus sowie die achtsame, klare, wertschätzende, würdebasierte Begleitung der Klientinnen und Klienten.

Woher und wohin? 

Ehemals aus der Familientherapie entstanden, wird systemische Beratung und Therapie heute in der Gesprächstherapie und Beratung angewendet und ist nachgewiesener Maßen hoch wirksam bei Familien-, Paar- und Einzelgesprächen. 

Systemische Therapie und Beratung ist ein eigenständiges und wissenschaftlich fundiertes, anerkanntes Verfahren der Gesprächsführung (begleitet von Übungen und Visualisierungen), welches vielfältige Möglichkeiten bereit hält und sich stets an den Anliegen und Voraussetzungen von Klientinnen und Klienten orientiert.

„Systemische Arbeit besteht weder im Steuern noch im einfach Beisammensitzen.
Das Ziel ist es, sich erkennbar, verantwortlich und anschlussfähig daran zu beteiligen Perspektiven zu weiten und Möglichkeiten für die von Ihnen bevorzugten Wirklichkeiten entstehen zu lassen.“
(Wolfgang Loth)